|
KULTURAUSSCHUSS - 01.02.2005 BÜNDNIS FÜR KULTUR / AUFTAKTVERANSTALTUNG Die BfGT freut sich erneut und begrüßt, dass unsere Idee, eines „runden Tisches für Kultur“, den wir schon 1999 beantragten, jetzt endlich als „Kulturforum“ realisiert wird. Deshalb werden wir weiterhin die Initiative der Bürgermeisterin unterstützen. Allerdings befürchten wir, dass die vorgeschlagene Veranstaltung am 8. April unter einem grundsätz-lichen Problem leiden könnte: Immer wieder wird die Frage im Raum stehen „Was passiert mit dem Theater"? Entscheidet sich die Politik für den 30 Mio.-Neubau – bei der Haushaltslage erneut nicht realisierbar - für den Beckmann-Entwurf (zu einem Drittel der Kosten), der ebenfalls mit Fremdmitteln finanziert werden könnte oder wird es in absehbarer Zeit keine adäquate oder eine anders geartete Spielstätte geben? Es wäre wünschenswert, wenn eine Mehrheit im Rat bis zur Auftaktveranstaltung ein deutliches Signal setzen könnte, damit dieses Thema die Diskussionen nicht unerwünscht belastet bzw. überlagert. Die BfGT kündigt an, in naher Zukunft einen entsprechenden Antrag einzubringen. Vor Beginn sollte auch über den Stand der Kulturstiftung berichtet werden, um diesbezüglichen Fragen von vornherein vorzubeugen. Das Kulturforum sollte inhaltliche Akzente setzen, die Verpackung ist eine andere Sache. Wir benötigen realistische Zielvorgaben, die wir zusammen mit allen Beteiligten auch erreichen können. Zudem ist eine begriffliche Korrektur vonnöten. Es ist von Kulturschaffenden die Rede. Aber auch kulturelle Institutionen und Kulturträger sind eingeladen. Die Kulturnutzer, um die es im Endeffekt geht, nicht zu vergessen. Die mehrfach genannte Gruppe der Künstler ist in der Vorstellungs- und Diskussionsrunde in der kulturellen Breite kaum vertreten! Die Teilnehmerliste der Podiumsgespräche liest sich ansonsten wie ein „Who is Who?“ der Gütersloher Kulturszene. Das soll es ja auch. Denn nicht zuletzt die Geladenen sind es, die heute schon mit viel Herzblut, Engagement und Sachverstand für die Vielseitigkeit der kulturellen Angebote in unserer Stadt sorgen. Deren Meinung ist allseits bekannt. Im Kulturforum soll es aber nicht nur um die so genannte „Hochkultur“ gehen, sondern ebenfalls um die Durchschnittsnutzer, die letztendlich entscheiden, welches Angebot sie annehmen werden. Wo bleiben zudem die ebenso wichtigen Querdenker? Heino Nollmann, Gründer der Medienfabrik, wäre so einer. VOX Rindvieh ist gleichfalls mit kreativen Querdenkern besetzt. Als Künstler fällt uns z.B. Rainer Wortmeier ein, dessen Atelier bei den Veranstaltungen der „Lange-NachtderKunst“ jedes Mal von Besuchern überfüllt war und dem wir die Eierinstallation auf dem Dreiecksplatz verdanken. Der Jugendkulturring ist nur durch einen Abonnenten vertreten. Josef Honcia, unser Jazzimpressario, und auch Malte Steinsiek, Dirigent der Westfälischen Kammer-philharmonie Gütersloh, vermissen wir auf den Podiumsplätzen. Die Institution Kino fehlt ganz. Dabei ist Oliver Grotheide ein kreativer Kopf mit vielen Ideen. Und was ist mit den ausländischen Vereinen und ihren kulturellen Vertretern? Immerhin ist „Gütersloh International“ für viele Bürger ein kulturelles Highlight des Jahres. Und wo bleibt Margret Neumann mit ihrer Ballettschule? Selbst in der Einladungsliste für Zuhörer sind die genannten nicht vertreten! Wir bitten deshalb die Verwaltung sich umzusehen, wo in unserer Stadt noch kreative Kräfte im Verborgenen blühen, die nur angesprochen werden müssen. Auch über die lokalen Medien sollte ein entsprechender Aufruf platziert und auf die kulturelle Breite des Forums hingewiesen werden Veranstaltungsorte stehen nur zwei auf der Liste: Stadthalle und Weberei. Vorausschauend gedacht und belebend für die Veranstaltung würden sicher auch Vertreter vom Brauhaus, von der Diskothek Max, und dem Parkbad sein, um nur einige mögliche weitere Spielstätten zu nennen. Auch die neue Volksbank sollte in Überlegungen einbezogen werden. Wenn wir dem Theater in Gütersloh eine Chance geben wollen, müssen wir auch endlich neue Wege gehen. Die Veranstaltung soll eine Plattform für die gesamte Breite der Kultur bieten. Wir warnen eindringlich vor der zu starken Bevorzugung der Hochkultur! Wir plädieren auch für einen anderen Einführungsredner und Moderator und schlagen Herrn Reinhart Richter vor, der dem Thema unseres Erachtens noch besser gerecht würde, als der von der Verwaltung vorgeschlagene Journalist. Herr Richter ist zudem kein redaktionelles Mitglied einer ortsansässigen Zeitung und somit kann die Gefahr / Möglichkeit ausgeschlossen werden, dass andere Medien weniger oder leider überhaupt nicht berichten. Wir hatten das schon mal. Infos zur Person Reinhart Richter, Osnabrück: (Unterstützt von GRÜNEN und UWG) Moderation der Entwicklung regionaler Kulturprofile (Ostwestfalen-Lippe, Münsterland, Region Aachen) für das Ministerium für Stadtentwicklung, Kultur, und Sport, Nordrhein-Westfalen Entwicklung, Beratung und Steuerung des Bewerbungsprozesses der Stadt Kassel als Kulturhaupt-stadt Europas 2010 Zum Programmablauf ist anzumerken, dass der Zeitrahmen viel zu eng gesteckt ist! Für das Podiums-gespräch mit 8 Personen sind 45 Minuten eingeplant. Für das Publikumsgespräch mit 9 Personen 60 Minuten. Für das „Forum Kultur“ mit 11 Personen gerade mal 45 Minuten. Das lässt einen Schnelldurchlauf erwarten, der Teilnehmern und Zuschauern keine Zeit zum Durch-atmen lässt. Unsere Empfehlung: da jeder Kulturinteressierte die Institutionen und ihre Protagonisten kennen dürfte, erübrigt sich das um 15.15 Uhr angesetzte „Forum Kultur“ mit den Berichten aus der Arbeit Eine Kurzvorstellung genügt. Viel sinnvoller wäre aus Sicht der BfGT ein anderer Programm-punkt, der heißen könnte: „ Wie machen es die anderen?“. Mit einem Blick über den Tellerrand hinaus z. B. nach Bielefeld (freie Theaterszene), nach Rietberg (sehr erfolgreich etabliert die Reihe „kulturig“) oder zum Kulturgut Nottbeck zwischen Rheda und Stromberg. Deren Vertreter würden uns sicher gerne konkrete praktische Anregungen vermitteln. Aber auch der neue Beigeordnete für Kultur, Soziales, Jugend und Sport, Andreas Kimpel, könnte aus eigener Erfahrung mit Sicherheit Belebendes zum Thema beitragen! Die BfGT empfiehlt / beantragt folgende Änderungen am vorgestellten Konzept:
Am vorletzten Montag hieß es auf Einladung von Herrn Zirbel zum Stadtgespräch in der Sparkasse „Stadt findet wieder statt“. Herr Zirbel versuchte, die Diskussionsteilnehmer aus der Reserve zu locken. Ebenso wie die meisten Zuhörer wird er allerdings den Eindruck gewonnen haben, den Reich-Ranitzky so trefflich in Worte zu fassen weiß: „Der Vorhang zu und alle Fragen offen“. Mit den genannten Vorschlägen möchte die BfGT gerne dazu beitragen, dass die Auftaktveranstaltung nicht so endet. BfGT |