Nobby Morkes:

STELL DIR VOR, DIE NEONAZIS DEMONSTRIEREN UND KEINER GEHT HIN ... (Die würden sich wundern ... )

Vor ca..14 Tagen marschierten in Münster ca. 130 Neonazis relativ friedlich, eingekesselt von in Kampfuniform gekleideten Polizeieinheiten, durch die Innenstadt. Bei der Demonstration waren u. a. „Bomberjacken“ in Verbindung mit Springerstiefeln verboten. Ich frage mich, ob dieses Verbot nicht auch demnächst für die WM gilt? 1998 bei der WM in Frankreich (Lens) prügelten Hooligans den französischen Gendarmen Daniel Nivel fast zu Tode. Sie trugen u. a. Bomberjacken und Springer-stiefel.

Auf der Internetseite einer Gütersloher "Antifaschistischen Vereinigung" ist folgendes nachzulesen:

"Irgendwelche Nazi-Deppen haben am 25.03. eine Demo gegen linken Mainstream in Gütersloh angemeldet. Das wird bestimmt lustig"

In weiteren Internetforen ist folgendes nachzulesen:

"Ich weiß auch z.B. ein paar Kollegen von mir wollen dahin und den Nazis eine aufs Maul geben"

"Hunderte Ausländer aus Gütersloh, Bielefeld, Lippstadt, Rheda-Wiedenbrück und Versmold haben angekündigt dabei zu sein und den Rechten eine aufs Maul zu hauen. Ebenso haben sich einige Punks angekündigt, die da sein werden und das selbe vorhaben."

"Eigentlich finde ich es super wenn sich die rechts und linksextremen gegenseitig die Köppe einschlagen."

"Randale, sollen die doch kommen, wir werden unser Hab und Gut verteidigen, komme was da wolle!"

Traurige und erschütternde Aussagen und Sprüche zugleich. Kampf- und Hetzparolen, die nicht angebracht sind, um eine friedliche und gewaltfreie Gegenkundgebung tatsächlich zu gewährleisten.

Bei dem von der Bürgermeisterin einberufenen "Runden Tisch" verteilten Initiativen bereits Handzettel "Der Dreck bleibt draußen" und riefen zur großen Gegendemonstration auf.. Unter dem Motto "breites Bündnis aller Demokraten" sollen 3.000 Teilnehmer und mehr dem "Rechten Gedankengut" Paroli bieten.

Warum fällt man immer wieder auf die Taktik der Veranstalter rein? Da wird die Demo einer rechtsorientierten Kameradschaft angekündigt und schon rüstet man (welche Gruppierungen auch immer) zum großen Gegenschlag. Warum?

Warum überlässt man nicht die Straßen den Wenigen, die demonstrieren wollen. Sie würden sich wundern, wenn keiner kommt, wenn keine Initiative oder Partei zur Gegenkundgebung aufgerufen hätte. Sie würden sich wundern, wenn die Medien einmal nicht über ihre "Aufmärsch / chen" berichten und ihr Konzept der Provokation nicht aufgehen würde. So schnell sie gekommen sind, wären sie auch wieder verschwunden.

Ich bin auch Demokrat, aber ich kämpfe lieber mit Worten, statt mit Fäusten. Ich werde nicht zur Demo gehen. Weder zu der einen, noch zu der anderen. Ich gehe auch nicht als Schaulustiger dahin, um den "Krieg, das Chaos auf der Straße" mitzuerleben oder "Spaß" zu haben.

Ich stelle mich jedoch der direkten Auseinandersetzung, wenn es darum geht, sachlich und fair über die unterschiedlichen politischen Ansichten zu diskutieren. In den Parlamenten, in denen rechtsorientierte Parteien bisher einzogen, sind die Etablierten anfangs aus Protest ausgezogen. Das war falsch. Das erzeugte Aufmerksamkeit in den Medien. Als sich die NPD-, DVU- oder auch REPUBLIKANER-Politiker jedoch auf einmal Argumenten und Wortbeiträgen der anderen Abgeordneten gegenüber gestellt sahen, wirkten sie hilflos und konnten - wenn überhaupt - nur durch platte Sprüche und Parolen kontern. Sofern Konzepte oder Wahlprogramme überhaupt vorhanden waren, lösten sich diese in Nichts auf und die Wähler bemerkten, dass sie einen Fehler gemacht hatten. Bei den nächsten Wahlen hatte sich das Thema "Einzug der Rechten" somit von selbst erledigt.

Lassen Sie uns mit Worten und Argumenten streiten, nicht mit platter und roher Gewalt Lassen Sie uns die Ankündigung von Demonstrationen rechtsgerichteter Gruppierungen ignorieren und ihnen somit die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit entziehen.

Stellen Sie sich vor, niemand rührt sich oder ruft zur Gegenkundgebung auf, wenn eine Neonazi-Demonstration angemeldet wird. In den Internetforen wird geschwiegen.

Sie würden gar nicht erst kommen, denn sie bekämen keine Aufmerksamkeit. In Gütersloh wäre es einen Versuch wert, aber dafür scheint es schon viel zu spät.

Für Sicherheit und Ordnung wird die Polizei sorgen - sie wird und muss jedoch den "Rechten" den Weg frei machen - so steht es im Gesetz. Die Polizei setzt sich dafür ein, dass eine Demonstration friedlich verlaufen soll. Wenn keine Gegendemonstration stattfinden würde, könnte dieses Ziel erreicht werden. Auch in Gütersloh. Lassen Sie uns also die "wenigen Gestrigen" nicht aufwerten, sondern ins Leere, in die Stille laufen.

Die würden sich wundern, wenn tatsächlich keiner hingehen würde ...

In diesem Sinne

nobby morkes

Der Kommentar spiegelt nicht unbedingt die Meinung der BfGT wieder.

25. Februar 2006