ER KAM, SAH UND SIEGTE ... NICHT

(Ansgar Wimmer verlässt Gütersloh)

Der Beigeordnete für Jugend, Kultur, Bildung und Soziales verlässt Gütersloh. Es war vorauszusehen und - vielleicht auch nicht anderes zu erwarten.

Spätestens nach dem für ihn und andere Theaterneubaufürworter niederschmetternden Bürgervotum, dass die von Ansgar Wimmer mit allen Mitteln unterstütze Realisierung in weite Ferne rücken ließ, konnte man mit dem Gedanken spielen. Es war nur eine Frage der Zeit. Am Tag des Bürgerentscheides sagte der Dezernent wörtlich:

"Eine Renovierung der Paul-Thöne Halle nach den vorgestellten Plänen kann es nach meiner Einschätzung, jedenfalls aber unter meiner Mitwirkung nicht geben. Bei allem Respekt vor der
heutigen Entscheidung bleibt für zukünftige Generationen die Notwendigkeit sich um einen Theaterneubau für Gütersloh zu sorgen"

An dieser Aussage hielt er fest. Wimmer war ein strikter Gegner der Umbaupläne und versuchte sogar die Kommunalaufsicht des Kreises von seinen Gedanken zu überzeugen. Für das Neuprojekt hatte der junge Dezernent viel Zeit investiert, ohne dabei jedoch seine anderen Ressorts zu vernachlässigen.

U. a. zählt das "Bündnis für Erziehung" zu seinen Erfolgen. Wimmer versuchte in seiner eigenen Art "frischen Wind" in das Rathaus zu bringen, doch er hatte anscheinend die Rechnung ohne die Patriarchen gemacht. Zu groß sollen die Differenzen zwischen ihm und dem "heimlichen Stadtdirektor" Dr. Wigginghaus gewesen sein. Im Verwaltungsvorstand soll er sich des Öfteren mit seinen unkonventionellen Ideen und Vorstellungen nicht durchgesetzt haben. Wimmer brachte die Erfahrung einer Stiftung mit, die Erfahrung mit erfahrenen Verwaltungsmenschen und gewieften Taktikern, fehlte ihm vielleicht, um das ein oder andere löbliche Vorhaben auf den Weg zu bringen. Irgendwie schade!

Von einer Stiftung kam er, zu einer Stiftung geht er. In vier Jahren Verwaltungstätigkeit wird er dazu gelernt haben. Man lernt schließlich nie aus. Ob Wimmer jemals wieder in einen Verwaltungsapparat zurückkehren wird und sich in die Mühlen zwischen Politik und Beamtentum begibt, dürfte fraglich sein. Vielleicht ist besser für ihn, denn seine Kreativät ist dort angebracht, wo er sie auch entfalten kann und vor allem auch entfalten darf!

Machen Sie es gut, Herr Ex-Beigeordneter. Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie viel Erfolg im Norden. Schreiben Sie doch mal, wenn Sie sich im Hamburg eingelebt haben.

Roland von Zahl

20. Juli 2004

Der Kommentar spiegelt nicht unbedingt die Meinung der BfGT wieder.