TRAUERTAGE

(November: Zeit zum Nachdenken)

Nicht nur aufgrund des tristen Wetters haben die Novembertage etwas melancholisches an sich. Allerheiligen, Totensonntag, Vokstrauertag, Buß- und Bettag. Tage, an denen man sich erinnern soll, Tage zum Nachdenken, über das, was gestern war - über das, was vor uns liegt.

Im November stehen die Haushaltsberatungen auf den Tagesordnungen der Ausschüsse. Zeit für die Kommunalpolitiker in sich zu gehen, um zu entscheiden, wo weiter gekürzt, gestrichen und gespart werden soll und auch - leider - muß! Keine leichte Aufgabe, wenn man allen gerecht werden will. Soziale Aspekte, Bildung, Jugend und Sport. Die Unterhaltung von öffentlichen Gebäuden zu denen auch Schulen und Kindergärten gehören, die Unterhaltung der Straßen, von denen sich schon jetzt etliche in einem nicht gerade vekehrssicheren Zustand befinden. Umwelt und Planung. Kultur und sämtliche freiwilligen Leistungen / Zuschüsse an Vereine, Institutionen und Verbände.

Wo kann der Rotstift angesetzt werden, in welchem Bereich können eventuell Kürzungsvorschläge der Haushaltskommission zurückgenommen oder reduziert werden. Die "Liste der Grausamkeiten" wird sich aufgrund der Haushaltslage kaum verkürzen lassen.

Wenn es der Politik jedoch gelingt, einheitlich aufzutreten, aus parteipolitischem Kalkül keine Einzelinteressen herauszusuchen und den Bürgern die Notwendigkeit der Maßnahmen verständlich zu erklären, werden die Gütersloher verstehen, dass es auch wieder aufwärts gehen wird. Je mehr sie dazu beitragen, desto schneller wird es uns allen wieder besser gehen.

Die Politiker sollten dann jedoch auf keinen Fall vergessen, die Früchte der Arbeit auch gleichmäßig zu verteilen, um das Schiff gemeinsam mit den Bürgern auf dem richtigen Kurs zu halten

Roland von Zahl

17. November 2003

Der Kommentar spiegelt nicht unbedingt die Meinung der BfGT wieder.