KOMMENTAR DER WOCHE

UND DIE MORAL VON DER GESCHICHT... (... Traue der Verwaltung nicht !)

Warum der Bürger der Verwaltung nicht mehr trauen kann ? Nur 4 Beispiele aus der letzten Zeit dürften dies belegen:

Viele Sunderaner freuten sich - die Verwaltung hat sich in Sachen "Sundern-Center" um Lösungsmöglichkeiten bemüht und bot dem Betreiber Alternativmöglichkeiten im Gewerbegebiet Osnabrücker Landstr. an. Alles wird gut, dachten sämtliche Beteiligten, doch die Rechnung wurde ohne den Wirt gemacht. Bürgermeisterin Maria Unger sowie Baudezernent Löhr dementierten aufs Heftigste. Die Verwaltung hätte keine Offerten gemacht und Grundstücke sind aufgrund der angeblich knappen Flächen schon gar nicht zu vergeben ! Die konkreten Angebote und Hinweise, die dem Betreiber seitens der Verwaltung (Wirtschaftsförderung) übermittelt wurden, sollen nicht mit der Verwaltungs-spitze abgesprochen worden sein ! Hat der Wirtschaftsförderer etwa nur Märchen erzählt oder war der Baudezernent verärgert in einer so wichtigen Angelegenheit nicht direkt gefragt worden zu sein ?

Und die Moral von der Geschicht... traue der Verwaltung nicht !

Die Herzebrocker Str. soll umgestaltet werden. Eine neue Großbaustelle für die Dauer von ca. 1 1/2 Jahren. Die Anwohner wurden darüber informiert, die Befürchtungen und Änderungsvorschläge der Bürger seitens der Verwaltung jedoch nicht ernst genommen. Die zuständigen Mitarbeiter, an der Spitze der Baudezernent Löhr, betonten im direkten Bürgergespräch, dass mit den Massnahmen nicht vor Ende Mai / Mitte Juni begonnen würde. Zudem liegen der Verwaltung zwei Anträge vor, die sich mit dem Thema Baustellen im Allgemeinen und Herzebrocker Str. im Speziellen befassen. Heute schreiben wir den 12. Mai und die Bagger und / oder Fräsen rücken an. Beginn der Baumaßnahmen an der Herzebrocker Str. !

Und die Moral von der Geschicht... traue der Verwaltung nicht !

Vor gut einem Jahr: ein anderes Mitglied des Verwaltungsvorstandes, der u.a. für den Bereich Kultur zuständige Dezernent Wimmer, erzählt der Bürgerschaft, dass der Theaterbau jeden Bürger unserer Stadt "nur" die bescheidene Summe von 4 € kosten würde. Nach Gegenrechnung durch die BfGT entschuldigt er sich öffentlich und verwies auf einen "bedauerlichen" Rechenfehler.

Und die Moral von der Geschicht... traue der Verwaltung nicht !

Das gerade dieser Dezernent auch etwas von Bausubstanz versteht war mir bis vor wenigen Wochen nicht bekannt ! In einer spektakulären Aktion liess er einen Abrissbagger vor das Theater fahren und erklärte zusammen mit dem Kulturamtsleiter Klein, dass die Paul-Thöne nicht mehr renovierungsfähig wäre. Kompetente und bundesweit anerkannte Fachleute waren aufgrund einer intensiven Begehung des Hauses jedoch anderer Meinung.

Und die Moral von der Geschicht... traue der Verwaltung nicht !

Wissen Sie, was ich Ihnen, besonders aufgrund der ersten beiden Beispiele, nur empfehlen kann ? Wenn Ihnen - wer und in welcher Sache auch immer - jemand aus Verwaltung eine Auskunft gibt, seien sie skeptisch. Fragen Sie den Vorgesetzen, ob es denn alles so richtig wäre. Und selbst dem dürfen Sie leider nicht mehr trauen. Denn der Vorgesetzte wiederum "untersteht" einer Fachbereichsleiterin oder Leiter und diese (r) ist einem Dezernenten "untergeordnet". Bevor Sie sich jedoch in der Hierachie immer weiter nach oben begeben, um sich die Auskunft des Sachbearbeiters bestätigen zulassen, kontakten Sie lieber gleich die Bürgermeisterin. Die muss es - als Cheffin der Verwaltung - letztendlich wissen !

Roland von Zahl

12. Mai 2003

Der Kommentar spiegelt nicht unbedingt die Meinung der BfGTwieder.