KOMMENTAR DER WOCHE

DICKE EIER GEFUNDEN ! (Man darf gespannt sein...)

Als ich aus dem Osterurlaub in die Heimat zurückkehrte, habe ich natürlich sofort nachgeschaut, ob der Osterhase auch mir ein paar Eier ins Nest gelegt hatte. Oh Freude ! Er hatte ! Und was für Eier:

Während meiner Abwesenheit tagte bereits zweimal hinter verschlossenen Türen die Haus-haltskonsolidierungsgruppe. Für den Haushalt 2004 müssen mindestens 9,5 Millionen € eingespart werden ! So stand es jedenfalls in einer der drei Gütersloher Tageszeitungen. Wie die das bloss machen wollen ? Man darf gespannt sein, ob jetzt endlich auch geplante Großprojekte wie z.B. die Erweiterung des Bettenhauses Süd im Städt. Klinikum oder der Theaterneubau überprüft und konsequenterweise ausgesetzt werden ? Beide Projekte sind Prestigeobjekte der sich ansonsten hart bekämpfenden CDU und SPD (bis zum Wahlkampf im kommenden Jahr werden die Auseinandersetzungen mit Sicherheit an Schärfe zunehmen), die hier anscheinend unbeirrrt von Daten, Zahlen und Fakten in seltener Eintracht einen gemeinsamen Weg gehen. Harte Diskussionen gab es auch um die Beteiligung der Mitarbeiter an dem Konsolidierungsprozess. Der Betriebsrat blies zum Gefecht, die Angst im Rathaus kräftig geschürt und siehe da: jetzt darf er doch dabei sein. Auch hier darf man gespannt sein, ob der Arbeitnehmervertreter überhaupt daran teilnehmen wird, wo er doch von aussen besser attackieren könnte. Über die Einführung der Regenwassergebühr wurde bereits mehrmals in öffentlichen Sitzungen debattiert. Da die Stadt im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Trockenen sitzt, scheint es unabdingbar, eine weitere Gebühr einzuführen, die die Kassen auffüllt. Gespannt warte ich auf die nächste Sitzung des Planungsausschusses. Da soll es nämlich weiter gehen.

Ein dickes Ei war auch das endgültige Aus zur Öffnung der Blessenstätte. Lediglich die Bürger für Gütersloh machten ihrem Namen alle Ehren und setzen sich als einzige Fraktion für die Interessen von über 15.000 Bürgern ein, die sich gegen die derzeitige Verkehrsführung aussprachen. Leider Vergebens ! Nach drei Jahren soll die Verwaltung wieder über die Situation berichten. Rats- und Ausschussbeschlüsse haben eine Gültigkeit von einem Jahr und können danach erneut debattiert werden. Spannend wird es, wenn nach den Kommunalwahlen der Ausschuss neu besetzt wird. Eine Chance für die Bürger, die Verkehrsführung dann doch noch zu ändern !

Aufschrei der Bürger auch in Sundern und an der Herzebrocker Str. Gegen die Ansiedlung des EROS-Centers machte fast der ganze Stadtteil mobil. Inzwischen sieht es so aus, als ob der Betreiber einlenkt und die Damen in aller Ruhe im Gewerbegebiet ihre Dienstleistungen anbieten können. Voraussetzung die Stadt bietet ein Grundstück zum Kauf an. Falls nicht, soll gegen die erlassene Veränderungssperre geklagt werden. Die Aussichten auf Erfolg sollen nicht schlecht stehen. Das wird ebenfalls noch spannend. Spannung bis zu letzt auch an der Herzebrocker Str. Hier soll sich nach Anwohnermeinung das Chaos der Großbaustelle Neuenkirchener Str. nicht wiederholen. Signalisierte in einem Gespräch mit den Betroffenen die Verwaltung noch Bereitschaft, auf die Probleme einzugehen, war wenige Tage alles wieder Makulatur. Jetzt müssen die Politiker entscheiden, ob sie wahre Bürgervertreter sind. Ich bin gespannt !

Roland von Zahl

05. Mai 2003

Der Kommentar spiegelt nicht unbedingt die Meinung der BfGTwieder.