KOMMENTAR DER WOCHE

SCHLECHTE VERLIERER (Nachdenken in der Sommerpause)

Es ist vollbracht. Die nächste Ratssitzung findet in acht Wochen statt. Sommerpause. Zeit die überhitzten Gemüter abzukühlen, Zeit über so manches nachzudenken, was der ein oder andere im Affekt gesagt hat. Zeit auch, um endgültige Positionen bei vertagten Entscheidungen festzulegen. Zimmermann, Eros-Center, Briefwahl beim Bürgerentscheid stehen z.b. auf der Warteliste.

Friedlich und gut gelaunt hätte man sich in die Sommerferien verabschieden können, wenn nicht der Bürgerentscheid den Neubaubefürwortern ihre Stimmung verdorben hätte. Statt das eindeutige Votum mündiger Bürger zu respektieren, treten sie in diffamierender Art und Weise nach und versuchen krampfhaft einen Schuldigen für ihre eigenen Fehler zu suchen. Die Initiatoren des ersten "demokratischen Gütersloher Volksaufstandes" haben gelogen, die Bürger an der Nase herumgeführt und getäuscht. Die Wahrheit ist auf der Strecke geblieben, lauten ihre Anschuldigungen im einhelligen Tenor. Falsche Berechnungen für den möglichen Umbau, fehlende Pläne, Sozialneidkampagne, falsche Zitate des Kämmerers. Die Fraktionsvorsitzende der SPD ereiferte sich in der Überbietung ihrer Anschuldigungen. Applaus von der CDU, den Neubauverbündeten der Sozialdemokraten.

Demokraten? Wer eine so eindeutige Niederlage nicht akzeptieren kann, wer die Ergebnisverkündigung mit lauten Buhrufen begleitet und im Anschluss das Votum der Bürger als "dumme Entscheidung" hinstellt, sollte darüber nachdenken, ob er den Begriff "Demokraten" noch in seiner Parteibezeichnung behalten möchte.

Die Bürgermeisterin wollte den Bürgern in einer persönlichen Standortbestimmung "reinen Wein einschenken". Sie warb für Solidarität in der Krise und kündigte gravierende Kürzungen an. Als einzige Fraktion applaudierten ihre eigenen Genossen. Warum hat Frau Unger den Bürgern nicht bereits vor der Abstimmung zum Theaterneubau "reinen Wein" über die prekäre Finanzsituation und die bevorstehenden Kürzungen eingeschenkt. Warum versuchten SPD und CDU immer wieder die Krise herunterzuspielen und die Finanzierung des Neubaus als gesichert zu erklären. Warum behaupteten die Befürworter, dass ein Neubau definitiv nicht zu Lasten anderer Bereiche gehen würde?

Im Gegensatz zu den Befürwortern hat die BfGT ungeschminkt, offen und ehrlich die Bürger informiert. Daten, Zahlen und Fakten die verwendet wurden, stammen von der Verwaltung. Die Berechnungen für den Umbau von renommierten Fachplanern, Ingenieuren und Architekten.

In der Sommerpause sollten die Neubaubefürworter darüber nachdenken, wer denn wirklich die Wahrheit gesagt und wer sie bewusst verschwiegen hat. Die Antwort wird schnell zu finden sein.

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer sagt die Wahrheit hier im Land. Schöne Sommerferien.

Roland von Zahl

28. Juli 2003

Der Kommentar spiegelt nicht unbedingt die Meinung der BfGT wieder.