Kommentar der Woche
HAUSHALT 2002
Die diesjährigen Haushaltsreden der einzelnen Fraktionen
(siehe www.guetersloh.de)
waren im grossen und ganzen frei von Verbalattacken gegen politische
Gegner.
Nur Herr Dr. Büscher von der UWGFraktion konnte
sich nicht verkneifen, lautstark gegen die anderen Fraktionen und vor
allem gegen die Verwaltung zu wettern. Die "unabhängige Wählergemeinschaft" nutzte
das Forum der Haushaltsrede durch ihre Powerpoint-Präsentation eher
zur Selbstdarstellung, als einen konstruktiven Beitrag zur allgemeinen
Situation beizusteuern. Die sogenannten Sparanträge waren unausgereift,
teilweise von populistischer Art geprägt und wurden mit grosser
Mehrheit abgelehnt. Aufgrund unsachgemässer Einbringung wurde sogar
ein Kürzungsantrag (Planungskosten für das Theater) von der
Bürgermeisterin zurückgewiesen. Zwar wurden auch die Anträge
der BfGTFraktion zum Theater von allen anderen Fraktionen abgelehnt,
doch zumindestens lagen diese Anträge schriftlich vor, waren fundamental
begründet und bezogen sich detailliert mit Angabe der Summe auf
die jeweiligen Budget-Bereiche.
Dr. Krämer (CDU) hielt einen sachlichen Vortrag,
der die Erörterungen der Beratungen zusammenfasste. Frau Tiedtke-Strandt
(SPD) konnte es sich nicht verkneifen, die angeblich "konservative
Mehrheit" (hier meinte sie CDU / UWG / GRÜNE + BfGT) für
die Privatisierung des Stadtmarketings zu tadeln. Herr Kornfeld (BÜNDNIS
90 / GRÜNE) gab das Ständchen "Ein bisschen Haushalt" zum
Besten und versah seinen Beitrag mit viel Zahlenwerk. Herr Fischer (FDP)
wusste nicht, ob er die Haushaltsrede von 2001 im Wortlaut wiederholen
sollte, da sich keine neuen Erkenntnisse ergaben und auch Herr Morkes
(BfGT) war der Ansicht, eigentlich die Rede vom letzten Jahr wiederholen
zu können, da sich vom Ablauf der Beratungen vieles wiederholte.
Kritik übte er jedoch an CDU / UWG und FDP, die einige Kontrakte
erst in der 3. Lesung verabschiedeten, ohne dabei effektive Sparvorschläge
grösseren Ausmasses einzubringen.
Die großen Fraktionen bekräftigten Ihr JA
zum Theaterneubau und liessen an der Finanzierung keinen Zweifel. Skepsis
jedoch trotzdem Zustimmung bei FDP, UWG und GRÜNEN. Einzig allein
die BfGTFraktion hielt aufgrund der drastischen Verschlechterung der
Haushaltslage die Finanzierung durch kommunale Mittel zur Zeit für
nicht realisierbar.
Einig waren sich die Rednerinnen und Redner aller Fraktionen,
die Beratungen des kommenden Haushaltes so früh wie möglich
zu beginnen, um die seitens der Verwaltung prognostizierten einschneidenden
Sparmassnahmen in allen Bereichen intensiv zu beraten und rechtzeitig
mit allen Beteiligten zu erörtern.
Sicherlich wäre es möglich gewesen, den Haushalt
1 Monat früher zu verabschieden und somit allen Beteiligten die
nötige Sicherheit zu geben. Parteipolitisches Kalkül - aus
welchen Gründen auch immer -schien jedoch dafür ausschlaggebend
gewesen zu sein, dass die Entscheidung erst am 15. März getroffen
werden konnte.
Die Haushaltssatzung 2002 sowie die Budgets der Geschäfts-
und Fachbereiche wurde gegen die Stimmen von UWG + BfGT verabschiedet.
Das Investitionsprogramm sowie der Hauptkontrakt wurde gegen die Stimmen
von und UWG / FDP + BfGT angenommen.
Sind wir also gespannt, was uns im nächsten Haushalt
erwartet und ob vor allem, ob die Politiker es wirklich schaffen, diesmal
RECHTZEITIG mit den Beratungen zu beginnen. Angekündigt haben es
schliesslich alle!
Roland von Zahl
15. März 2002
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