KOMMENTAR DER WOCHEEin Loch ist im Eimer(Der Gütersloher Haushaltssong)Wer kennt nicht das lustige Kinderlied, in dem Henry seinen Freund Karl-Otto immer wieder aufordert, das Loch im Eimer zu stopfen. Wenn sich die Bürgermeisterin zusammen mit dem Kämmerer bei der RTL-Suche nach dem Superstar beworben hätte, wären die Chancen auf einen der vorderen Plätze nicht schlecht gewesen: Maria im Duett mit Dr. Klaus. Der Gütersloher Haushaltssong wäre von Null auf Platz Eins in die deutschen Charts gestürmt und hätte Elmar Brands Platinerfolg, den "Steuersong", auf die Plätze verwiesen. Wer weiß, es kann ja noch werden, denn die Haushaltshaltsberatungen haben gerade erst angefangen und Lieder mit Endlosstrophen, wie sie auch Stephan Raab des öfteren vorträgt, scheinen Hochkonjunktur in der deutschen Schlagerwelt zu haben. Und gerade dieses Lied dürfte den beiden Duettpartnern nicht nur von der Melodie her bestens bekannt sein. Brachte Dr. Klaus vor wenigen Tagen im Rat der Stadt seinen Haushaltsentwurf ein, war dieser 5 Tage später bereits schon Makulatur. "Ein Loch ist im Haushalt, Maria, ein Loch. Dann stopf es lieber Klaus, dann stopf es... Womit denn Maria, womit denn, womit.." Schon in der letzten Woche fragte ich in meinem Kommentar "Süßer die Kassen nie klingeln", wie lange der Entwurf denn Bestand haben würde. Und siehe da - noch nicht einmal eine ganze Woche. Erneut fehlen über 2,3 Millionen € und Dr. Klaus muss erneut wieder Posten hin- und herschieben um auf dem Papier die Zahlen ausgleichen zu können. Brechen beim Einkommensteueranteil durch gekürzte Schlüsselzuweisungen des Landes gerade mal knapp 1,9 Millionen € weg, erhofft er sich wiederum Verbesserungen gerade dieser Position durch Neufestsetzungen. Hier ein bisschen, dort ein bisschen, darf's noch etwas mehr sein? Wer soll da noch durch schauen? Die Politiker vielleicht zum Teil, die Normalbürger bestimmt nicht mehr - und auf die kommt es letztendlich an. Schließlich ist es ihr Geld, das verplant und ausgegeben wird und jeder möchte wissen, was mit seinen Steuer- und Gebührenabgaben geschieht. Wenn uns dann noch die Lehre vom Unterschied zwischen Verwaltungs- und Vermögenshaushalt erteilt wird, ist das Durcheinander langsam nicht mehr zu entwirren. Bereits im Nachtragshaushalt wurden Gelder aus dem Vermögenshaushalt in den Verwaltungshaushalt transferiert, um die Löcher zu stopfen und auch diesmal werden wieder Mittel (u.A. Schulpauschale in Höhe von ca. 600.000 €) umgeschichtet, umgebucht oder wie auch immer man es nennen will. "Ein Loch ist im Haushalt, Maria, ein Loch". Wie groß dieses Loch ist, vermag im Augenblick noch niemand zu sagen, denn der Kämmerer bezog sich im Finanzausschuss auf Zahlen, die um 16.43 Uhr Bestand hatten. Wie es im 17.12 Uhr aussah konnte und wollte er nicht voraussagen. Ob Dr. Wigginghaus das Loch im Eimer überhaupt stopfen kann und vor allen Dingen womit, wird sich in den Haushaltsberatungen der nächsten Wochen zeigen. Auf uns warten spannende und heiße Debatten. Roland von Zahl 16. Dezember 2002 Der Kommentar spiegelt nicht unbedingt die Meinung der BfGTwieder. |