|
BfGT Haushaltsrede 2006 – Ratssitzung 31. März 2006 Wie in jedem Jahr geben wir unserer Haushaltsrede ein Motto. Heute wollen wir „Abrechnen“ Nein, nicht, was Sie jetzt denken – wir werden weder mit der Verwaltung noch mit der einen Eine der Ratsfraktionen bezeichnete die Bürgermeisterin vor kurzem „als größte Schuldenmacherin Ende 1999 (seit dem sind die BfGT politisch aktiv) beliefen sich die Schulden auf ca. 89 Millionen €. In der aktuellen Finanzplanung erhöht sich die Summe bis Ende 2008 auf 132,8 Millionen €. Für 2009 ist zwar ein Rückgang auf 129,6 Millionen vorgesehen, doch halten wir diese Angaben aufgrund der angekündigten zusätzlichen Kreditaufnahme für eine Theaterspielstätte für nicht realisierbar. Die Zinsbelastung steigt von 5,1 auf knapp 6 Millionen €. Jetzt sollten wir aber auch nicht den Kämmerer für den Anstieg der Schulden kritisieren, Besonders für die Öffentlichkeit wirkt der Haushalt 2006 auf den „ersten Blick“ beeindruckend „Die Nettoneuverschuldung wird bei Null liegen“ eine Aussage, die für den nicht mit Bilanzen Kommen wir zurück zur ABrechnung: Die Aussagen der Bürgermeisterin sowie des Kämmerers in Bezug auf „konsequente Konsolidierungs- Nach dem einmaligen Anstieg der Schlüsselzuweisungen von ca. 5,1 Millionen € in 2005 um ca. 13,2 Millionen € in 2006 auf 18,3 Millionen € erwarten wir aufgrund der Anpassungen für das Gemeinde-finanzierungsgesetz im Jahr 2007 nur noch 3,64 Millionen €. Auch die Gewerbesteuer ist durch eine Einmalzahlung in Höhe von 10,5 Millionen € auf 50,2 Millionen € angestiegen. Für 2007 liegen wir jedoch wieder bei 38,6. Millionen €. Wird heute von einer „Nettoneuverschuldung von 0“ gesprochen, sollte auch darauf hingewiesen werden, dass für das nächste Jahr eine „Bruttoneuverschuldung“ in Höhe von 16,7 Millionen € vorgesehen ist. Mit Blick auf anstehende Aufgaben und Entscheidungen sollten auch diese Zahlen den Bürgern Rechnen wir also die Einmal-Zahlungen in Höhe von ca. 23,7 Millionen € von den Gesamtnahmen Wenn die politische Mehrheit unseren Anträgen entsprochen hätte, so wären allein für 2006 mehr als 5 Millionen €, für die Folgejahre eine wesentlich höherer Betrag, eingespart worden. Z. B. die eingestellten Mittel für die Theaterspielstätte Wir betonen an dieser Stelle nochmals Weiterhin bekommen wir die Personalkosten nicht in den Griff. 10,4 Stellen sind zwar aufgehoben, Die Ausgaben sind auf ca. 49 Millionen € angestiegen. Auch wenn jetzt 43,2 Stellen mit einem „künftig wegfallend“-Vermerk versehen wurden, steht nicht fest, in welchem Jahr die Umsetzung erfolgen wird. Unsere Anträge wurden abgelehnt. Ca. 400.000 € Einsparungen im Personalbereich, in dem u. a. die technischen Mitarbeiter des Theaterbereichs in andere Positionen versetzt werden sollten und Stellenneugründungen nicht vorgenommen werden müssten. Ebenfalls Einsparpotenzial ist im Fachbereich Kultur vorhanden, in dem die Stelle für PR und Medienbetreuung in den Bereich der Zentralen Öffentlichkeitsarbeit integriert würde. Von 27 Stellenumwandlungen waren allein 18,5 Aufwertungen. Die Aufwertungen / Stellenumwandlungen (18.52 Stellen – Mehrkosten 78.100 €) hätten aus dem Stellenplan gestrichen
und weitere Höhergruppierungen resultierend aus den Ergebnissen der Stellenbewertungen Aufgaben und Stelleninhalte verändern sich im Laufe der Zeit, zum Beispiel durch Modernisierungs-prozesse. Die Stellenbewertung kann ein betriebswirtschaftlich wichtiger Schritt zu mehr Wirt-schaftlichkeit sein. Ihre eigentlichen Ziele: Mitarbeiter gerecht eingruppieren und Personalkosten optimieren. Sie bildet somit die Grundlage für die Ermittlung des Personalbedarfs und den damit verbundenen Personalentscheidungen. Bis auf den Hinweis „Aufwertung aufgrund des Ergebnisses der Stellenbewertung“ liegen den Zulagen, Ortszuschlag, Funktionszulagen, Vergütungsgruppenzulagen, allgemeine Zulagen, Besitz-standszulage, das sind u. a. die Stichworte, die eventuell zu beachten sind. Welcher Entgeltgruppe, welcher Stufe ist der/die Beschäftigte wirklich zuzuordnen? Welche weiteren Schlüsse sind aus dieser Zuordnung zu ziehen? Hat ein Bewährungsaufstieg, ein Zeitaufstieg, ein Tätigkeitsaufstieg Einfluss auf diese Zuordnung? All dies sind Fragen, die ein Bericht über die Kriterien die Bewertungen beantworten könnten. Mindesteinsparungen in Höhe von ca. 2,8 Millionen € hätten bei einem Verzicht auf die Rathaus-erweiterung erzielt werden können. Bei jährlichen Mietkosten von ca. 62.500 € wäre die Anmietung externer Gebäudeflächen für die kommenden 60 Jahre gesichert gewesen. Die Funktion eines Bürgerbüros könnte auch in einem wesentlich kostengünstigeren Pavillon umgesetzt werden. Die Baukosten Konrad Adenauer Platz sind mit 100.000 € eingestellt. Wenn die Verwaltung Einsparungen in Höhe von 51.000 € sind durch Kürzung des Zuschusses für das Stadtmarketing Mit unserem erneuten Antrag, die Mittel aus dem Verkauf der Stadtwerke in Höhe von 7,5 Aufgrund der hohen Personalkosten und definitiv nicht eingeleiteten Sparmaßnahmen bei
den Trägern der freien Jugendhilfe hat sich die BfGT-Fraktion erstmalig bei der Verabschiedung
des Haushaltes für den FB Jugend enthalten. Weiterhin fehlt uns die Transparenz
bei der Darstellung von Zuschuss-anträgen. Z. B. reichen 16 dem Ausschuss vorgelegte Zahlen
der Weberei nicht aus, um einen Zuschuss in Höhe von 161.000 € zu bewilligen. Dasselbe
gilt für die ASH und die Betriebskosten-zuschüsse zum Parkbad. Sofern überhaupt Anträge
auf Zuschüsse für den Heimatverein und den Kunstverein vorliegen, sollten auch diese
die Transparenz aufweisen, die von Anderen verlangt und auch erbracht wird. Unsere Kritik
richtet sich nicht gegen die genannten Institution, sondern die Art und Weise, wie Mittel beantragt
und genehmigt werden. Die Förderrichtlinien für die freien Träger der Jugendhilfe werdenüberarbeitet bzw. neu aufgestellt. Aufgrund der sich abzeichnenden Ver-schlechterung
der Haushaltslage sollten auslaufende Verträge mit Zuschussempfängern erst dann beraten
und neu ausgearbeitet werden, wenn die Zahlen für den Haushalt 2007 vorliegen. Von der In unserer letzten Haushaltsrede forderten wir Politik und Verwaltung auf, sich auf städtischen Für Kernaufgaben der Verwaltung gibt es keine einheitliche Definition. Gemeinsam mit den Bürgern sollte die Verwaltung neue Wege beschreiten. Notwendige Aufgaben Diese Kooperationen sind in Bereichen sinnvoll, in denen das städtische Finanzvolumen für
die erforderlichen Investitionen nicht ausreicht oder auch das betriebswirtschaftliche, technische Langsam beginnen wir, diesen Weg zu gehen, doch bevor wir das Ziel erreichen, sind noch viele Steine aus dem Weg zu räumen. Dazu ist es jedoch notwendig, dass auch unsere Fragen beantwortet werden. Auch wenn die
Ver-waltung anderer Meinung ist – unsere Fragen und ihre Antworten dienen als Entscheidungsgrundlage Soviel wir auch Ab- oder Zurechnen – Einzig allein den Einmaleffekten haben wir es zu verdanken, Beginnen wir mit dem Ausschuss für Haushaltskonsolidierung und Aufgabenkritik. Ihm Der Kämmerer sagte bei der Einbringung zum Haushalt 2006: „Es wird ein historischer Haushalt – er ist kameral aufgestellt. 2007 soll er doppisch sein. Er
wird – das steht fest – anders sein. Ob der Haushaltsausgleich besser wird? Niemand
kann sich das vorstellen.“ „Wir sind nicht über den Berg! Wir befinden uns in einer finanzwirtschaftlich nach wie vor schwierigen Lage“. Sie verwies auf weitere Kürzungen und Einsparungen, die in Zukunft weiter auf die Bürger zukommen werden. „Im Aufstellungsverfahren für diesen Haushalt haben wir über 6 Mio. € aus dem Investitionsprogramm Den Ausführungen des Kämmerers als auch der Bürgermeisterin müssen wir uns leider anschließen. 2007 wird ein schwieriges Jahr. Bundespolitische Entscheidungen wie z. B. die 3%ige Erhöhung Nur durch eine konsequente Fortführung der Haushaltskonsolidierung sowie Rückführung Der weiterhin zu hohe Anteil an Personalkosten, die Ablehnung unserer „Sparanträge“ die in keiner Weise die Bürger betroffen hätten, sowie die Einstellung von Mitteln für Planungskosten und Investitionsmaßnahmen, die wir in dieser Art nicht mittragen, veranlasst uns den Haushalt 2006 abzulehnen. Nobby Morkes Vorsitzender der BfGT Ratsfraktion - Bürger für Gütersloh e. V. Stand per: 30.03.2006 Änderungen - je nach Wortbeitrag der anderen Fraktionen - vorbehalten. |