Renovierungspläne

Hochbauamt Gütersloh, den 13.08.1987

Betr.: Theater der Stadt Erweiterungsmöglichkeiten und bauliche Verbesserungen

Das Kulturamt bat das Hochbauamt mit Schreiben vom 25.04.1986 und 30.05.1986, im Rahmen der Haushaltsplanung für 1987 eine größere Erweiterung im Bühnenbereich planerisch und kostenmäßig zu untersuchen und ferner umfangreiche Bauunterhaltungsmaßnahmen vorzusehen, die zur funktionsfähigen und besucherfreundlichen Nutzung des Theaters in absehbarer Zeit erfolgen müßten

Die umfangreichen Untersuchungen, zu denen auch etliche fachliche Beratungen eingeholt wurden, haben nun zu folgendem Ergebnis geführt

1. Erweiterung im Bühnenbereich

Aufgabenstellung und Begründung des Kulturamtes:

"Entfernung der tragenden Säulen im Bühnenbereich sowie des Sturzes, Aufstockung der Hinterbühne, Anbau einer Seitenbühne, Erweiterung des Orchestergrabens.

Das Theater der Stadt Gütersloh kommt zunehmend immer mehr in die schwierige Lage, von ortsfesten Theatern Produktionen in der Originalausstattung nicht spielen zu können, weil diese auf die Maße des Gütersloher Hauses nicht übertragen werden können. Dieses Problem ist dadurch noch größer geworden, daß die uns bespielenden Theater in Osnabrück und Göttingen ihre Bühnen erweitert haben. In Oberhausen steht eine Erweiterung des Bühnenbereichs an. Schon jetzt ist eine originäre Übertragung der Inszenierungen und Ausstattungen auf die Gütersloher Verhältnisse nicht annähernd möglich. Diese führt zu völlig unzulänglichen, den wachsenden Erwartungen eines durch Film und Fernsehen verwöhnten Publikums kaum mehr zumutbaren szenischen und räumlichen Lösungen."

Vorschlag des Hochbauamtes: (s. anliegende Zeichnungen; A=Bestand, B=Planung = Die Zeichnungen liegen der BfGT vor)

- Abbruch des jetzigen Bühnenhauses (10 m i.L. hoch, rückwärtiger Sturz 4 m hoch) und der Hinterbühne (6,50 m hoch) jedoch ohne den Schacht des Lastenaufzugs, bis auf Fußbodenhöhe der Bühne.

- neues Bühnenhaus auf gleicher Grundfläche (14 x 14,50 m) durchgehend 17 m i.L. hoch, Schnürboden in 15 m und Galerie in 8 m Höhe, 30 MotorzÜge, Beleuchterbrücke.

neue Seitenbühne (9 x 6,5 m, 6 m i.L. hoch) als Aufstockung über dem erdgeschossigen Verbindungsbau zwischen Theater und Schulgebäude, mit Feuerschutztür (6 m hoch) von der Hauptbühne abgetrennt.

Eisener Vorhang (statt des jetzigen Rolltores) entsprechend den Vorschriften für eine "Vollbühne"; in dem Zusammenhang ferner:

1 Schleiervorhang und ggf. 1 neuer Bühnenvorhang

Orchestergraben.:

- Grundfläche (58 m2) nach rückwärts UM 18 M2 vergrößert

- lichte Höhe unte r der Vorbühne von 1,60 m auf 2,00 m erhöht

- vorderer Teil (ca. 50 m2) mit hydraulischen Hubpodesten auf Höhe Orchestergraben, Zuschauerraum und Bühne zu verfahren

- Kürzen der Vorbühne um ca. 1,00 m; dadurch mehr Freiraum über dem Orchester und die Möglichkeit, die vorderen Sitzreihen vorzuziehen und den Reihenabstand etwas zu vergrößern

Schätzkosten zu 1. (Baukosten und bühnentechn. Einrichtungen) 3.650.000.-- DM

2. Umbauten und bauliche Änderungen

- Vergrößerung des Kassenraumes 20.000,-- DM

- Einbau eines Behinderten-WC's und Änderung der Damentoilette der Künstlergarderoben 25.000,-- DM

- Umbau der Sologarderoben im Obergeschoß (Höherlegen der Dachdecke, Fluchttüren) 190.000,~- DM

- wetterfester (verglaster) Zugang, über das Dach zum Beleuchterstellwerk 35.000,-- DM

- Teppichboden für Kassenfoyer, Untergeschoß-Foyer und Garderobe 20.000,-- DM

- Fenstererneuerung im Schulgebäude 40.000,-- DM

- Toilettenerneuerung im Schulgebäude 35.000,-- DM

- div. kleinere Maßnahmen 15.000,-- DM

Schätzkosten zu 2.: 360.000.-- DM

Somit Gesamtkosten 4.000.000 -- DM

Es muß darauf hingewiesen werden, daß damit noch nicht alle baulichen Mängel des Theaters angesprochen sind. Zumindest das alte angerostete Wellblechdach (Ende der 40er Jahre ausgeführt) einschließlich Wärme- und Schalldämmung muß demnächst ebenfalls erneuert werden. Das Dach ist inzwischen erneuert worden.

Die BfGT möchte zu den Vorschlägen keine Stellunnahme abgeben. Die Bürgerinnen und Bürger können anhand dieser Vorlage selbst entscheiden, ob ein THEATERNEUBAU für ca. 30.000.000 € notwendig ist. Die Folgekosten noch nicht eingerechnet!

Selbst wenn man den Gesamtkosten einen entsprechenden Teuerungszuschlag hinzurechnet und die Paul-Thöne-Halle mit neuesten technischen Einrichtungen ausstattet, dürften die Kosten um ein erhebliches unter dem eines Theaterneubaus liegen. Wenn Teile der Verwaltung und besonders CDU und SPD von einer "unwirtschaftlichen Renovierung" sprechen, ist diese Auffassung absolut nicht nachzuvollziehen.