| BfGT Stellungnahme auf den Einwohnerversammlungen / Antwort auf Maria Ungers persönliches Bekenntnis pro Neubau.:
Am 26.02. nannte die Bürgermeisterin Maria Unger ihre Voraussetzungen für einen Theaterneubau. U.a.
Der Kämmerer, Herr Dr. Wigginghaus, erklärte gerade: Die Schuldenlastquote steigt von 4,8 (1995) auf 8,65% (2004). Bei Errichtung eines Neubaus steigt die Schuldenlastquote auf ca. 12,5 % ! Die Mehrbelastung des Verwaltungshaushaltes durch den Neubau wird sich auf ca. 1,4 Mio € jährlich belaufen. ca. 1 Mio € werden es sein, wenn man die Erhöhung der Eintrittspreise abzieht. Eine Anhebung von durchschnittlich über 50% halten wir - im Gegensatz zum Kulturdezernenten - für nicht moderat ! In den Mehrkosten sind die Zuschüsse für den laufenden Spielbetrieb (Theater und Konzerte) noch nicht enthalten ! Der Haushalt 2003 ist strukturell nicht ausgeglichen ! Damit sind - bis auf die konkreten Zusagen von Bertelsmann und Miele - die Voraussetzungen definitiv nicht gegeben. Trotz der Spendenzusage ist die Realisierung des Theaterneubaus aufgrund der sich abzeichnenden weiteren Verschlechterung der Haushaltslage (Defizit für 2004 ca. 9,6 Mio € - ohne Theaterneubau) damit weiterhin in Frage gestellt. Definitiv falsch ist übrigens die Aussage der Neubaubefürworter, dass wegen der Theaterplanungen an anderen Stellen nicht gestrichen wird ! Sämtliche Bereiche werden bei einem Theaterneubau durch zusätzliche Streichungen und Kürzungen betroffen ! Der Kämmerer hat es soeben eindrucksvoll unterstrichen ! Wir sagen nicht nur NEIN, sondern unterbreiten auch alternative Lösungsvorschläge. Zu den Umbau- und Renovierungsplänen, die seitens des Fördervereins belächelt und von der Verwaltung in einer eiligen Pressemitteilung als "beschränkter Ausbau des Bühnenhauses, Schönheitsreparaturen im Zuschauerraum oder anderes Flickwerk" bezeichnet wurden folgendes: Wer ohne Rücksprache mit den Ausführenden und somit Sachkenntnis Statements dieser Art veröffentlicht, stellt in diesem Zusammenhang seine Unkenntnis unter Beweis oder möchte es nicht wahrhaben, dass es andere finanzierbare und umsetzbare Lösungen gibt. Es handelt sich auch nicht um "öffentlichkeitswirksame Patentlösungen, die in letzter Minute aus dem Hut gezaubert worden sind" (Zitat Ansgar Wimmer), sondern um seriöse und fachliche Planungen und Berechnungen ! An der intensiven Begehung der Paul-Thöne-Halle am 24.03. nahmen neben Architekten, Fachplanern und Fachingenieuren z. B. auch Vertreter der Verwaltung teil: U.a. Herr Wimmer, Herr Buschmann (Leiter Bauordnung), Herr Klemme, Herr Grundmeier (FB Hochbau). Zwischen Architekten und Fachleuten auf der einen sowie den in diesem Thema sachkundigen Mitabeitern der Verwaltung gab es während der Begehung einen ständigen Informationsaustausch. Ebenfalls stellte die Verwaltung die kompletten Pläne der Paul-Thöne-Halle zur Verfügung. Die IBW-Kulturtechnik, Herr Dipl.-Ing. Heinrich Wiczkowiak, Recklinghausen gehört mit weltweit über 230 Theaterhausprojekten zu den renommiertesten Büros für Theatertechnik in der Bundesrepublik. Der Vorschlag ist steht auch in keiner Konkurrenz zu den Entwürfen von Prof. Friedrich. Aufgrund der Haushaltslage ist ein Konzept erstellt worden, das auch finanziell umsetzbar ist. Den Ausführenden ging es Wesentlichen darum, den Wünschen und Anforderungen an eine neue Spielstätte gerecht zu werden und mit einem möglichst geringen Kostenaufwand die Fortführung und Weiterentwicklung der Theater- und Konzertveranstaltungen auf hohem Niveau in Gütersloh zu sichern. Ein Wort zum Bekenntnis unserer Bürgermeistern pro Theaterneubau. Sie sagte "Als Bürgermeisterin war es mir - gemeinsam mit dem Kämmerer und den anderen Mitgliedern des Verwaltungsvorstandes - von Anfang an wichtig, dass das Vorhaben nicht die finanziellen Möglichkeiten der Stadt Gütersloh sprengt." Sehr gut, doch hat der Kämmerer bei einer Erhöhung der Schuldenlastquote auf 12,5 % eine deutlich anderer Meinung ! "Wir stehen in der Verpflichtung, uns für alle Menschen in dieser Stadt um Lebensqualität, soziale Sicherung und Perspektive zu kümmern" Ebenfalls eine lobenswerte Einstellung. Doch inzwischen wissen wir alle, dass erhebliche Einschnitte in sämtlichen Bereichen bevorstehen. Würde der Theaterneubau realisiert, werden Streichungen und Kürzungen noch drastischer ausfallen als geplant. Und noch eine Anmerkung der Bürgermeisterin: "Es ist bei jeder anstehenden größeren Investition der Normalfall, dass abgewogen werden muss, dass man prüft, was zurückstehen muss, damit man an anderer Stelle etwas schaffen kann." Stimmt - am 29.06. wird der Bürger entscheiden, ob der Theaterneubau zu Lasten anderer Investitionen realisiert werden soll. Ein Theater, das - nach Aussagen der Verwaltung - nur dann finanziert werden kann, wenn auf andere Projekte gänzlich verzichtet wird und die Prüfung weiterer Verzichte auf alle freiwilligen Investitionen ausgedehnt werden muss, darf aus unserer Sicht in dieser Finanzsituation nicht gebaut werden. Zusammen mit über 10.000 Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt hat die BfGT hat die Vorlage gegeben. Das Tor können jetzt die Bürger schießen. |