Beratungsgegenstand: Erfahrungsbericht Beschlussvorschlag:
Sachverhalt: Der Planungsausschuss hat am 16.6.2005 beschlossen, die Durchfahrt von der Blessenstätte zur Kirchstraße und umgekehrt im Rahmen einer maximal ein Jahr dauernden Testphase wieder zu öffnen. Der Versuch soll aufzeigen, in welchem Maße die Verkehrsbelastung der Blessenstätte, der Kirch-straße und anderer umliegender Straßen sich verändert. Im Ergebnis sollen die mit der Abbindung verfolgten städtebaulichen Ziele nicht nachhaltig gefährdet werden. Die Verwaltung soll die laufenden Auswirkungen des Versuches regelmäßig öffentlich aufzeigen und in den zuständigen Beratungsgremien hierüber berichten. Ferner werden die aktuellen Auswirkungen im Internet dargestellt. Um einen Überblick über die Verketirsveränderungen im Straßennetz zu erhalten, werden an verschie-denen Stellen im Stadtgebiet in regelmäßigen Abständen automatisch Zähldaten erfasst und ausge-wertet. Die Fahrzeugerfassung erfolgt über die für die verkehrsabhängige Steuerung der Lichtsignal-anlagen vorhandenen Schleifenkontakte. Diese Zählart gewährleistet einen schnellen Zugriff auf die Daten und liefert gute Vergleichszahlen. Ferner werden auf den zu beobachtenden Straßen Verkehrszählgeräte aufgestellt, die mittels der An der Lichtsignalanlage Kirchstr./Kaiserstr. werden über die vorh. Schleifenkontakte Vergleichs werte zur regelmäßigen Ermittlung der prozentualen Veränderung der Verkehrsbelastung der Kirchstraße erfasst. Die Dienstage jeder Woche werden verglichen mit einem durchschnittlichen Dienstag vor dem Versuch. Die hier ermittelten Belastungszahlen, die auch regelmäßig im Internet aufgezeigt und aktual-isiert werden, sollen lediglich eine Tendenz in % aufzeigen und sind wegen der Einflüsse der Park-palette, des Parkhotels etc. nicht identisch mit den absoluten Querschnittsbelastungszahlen der Kirchstraße. Diese werden über die Verkehrszählgeräte mit Druckschläuchen in Höhe der Häu-ser 15/21 ermittelt. Das derzeitige Zwischenergebnis der Zählungen lässt sich wie folgt zusammenfassen: Der Belastungssockel der Kirchstraße ist mit Freigabe der Verkehrsbeziehungen vor der Bibliothek innerhalb der ersten Woche um ca. 20% angestiegen. Danach erfolgte in der Vorweihnachtszeit ein wöchentlicher Anstieg um ca. 3% bis zu einem Spitzenwert von ca. 40% an einem Vergleichsdienstag vor Weihnachten. Auch auf allen anderen innenstadtnahen Straßen konnte ein deutlicher Verkehrsa-nstieg festgestellt werden. Dieser Anstieg ist erfahrungsgemäß jahreszeitlich bedingt. Während der Weihnachtsferien sank der Verkehrsanstieg dann wieder bis auf den Vergleichsursprungswert (0%) zurück. Nach dem Ende der Ferien hat sich bis zum Dienstag, dem 14.2.2006 ein Verkehrszuwachs von ca. 25% eingestellt. Dies entspricht einem Anstieg der Verkehrsbelastung um ca. 2.000 Kfz/24h. Derzeit sind aber auch witterungsbedingte und saisonale Einflüsse zu berücksichtigen. Die über die Schleifenkontakte der Lichtsignalanlage gezählten Vergleichswerte lauten:
2. Blessenstätte Die Verkehrsbelastungszahlen der Blessenstätte vor dem Versuch wurden zwischen der Friedhofstraße und der Feldstraße über Schläuche erfasst. Der Verkehrsanstieg an einem derzeitigen Vergleichs-dienstag beträgt 10% . Dies entspricht ca. 1000 Kfz/24h zusätzlich.
3. Unter den Ulmen Die Verkehrsbelastungszahlen der Straße „Unter den Ulmen" werden in Höhe der Dalkepromenade erfasst. Wegen der direkten Wechselwirkung mit der Kirchstraße ist hier eine Verkehrsminderung um ca. 7% zu verzeichnen. Dies entspricht einer Abnahme um ca. 590 Kfz/24h
4. Münsterstraße / Daltropstraße / Feldstraße Für die Fahrtrichtung der Münsterstraße in Richtung Berliner Str. haben sich keine quantifizierbaren Veränderungen der Verkehrsbelastung ergeben. Über die Verkehre der Daltropstraße und der Feld 5. Dalkestraße Nach der Öffnung der Blessenstätte dürfen die Rechtsabbieger der Blessenstätte und die Linksabbieger der Kirchstraße wieder in die Dalkestraße einbiegen. Hierbei handelt es sich vornehmlich um Quell und Zielverkehre. Hier sollen noch weitere Untersuchungen erfolgen. Verkehrliche Auswirkungen der derzeitigen Verkehrsverhältnisse: Vor der versuchsweisen Wiederfreigabe der Verkehrsbeziehungen an der Blessenstätte sind von der Verwaltung Überlegungen angestellt worden, wie sich die zusätzlichen Verkehrsbelastungen auswirken würden. Dabei musste abgeschätzt werden, inwieweit sich die durch die Unterbrechung verdrängten Verkehrsmengen wieder zurückverlagern würden. Bei einer Zurückverlagerung von 80% der ehemaligen Verkehrsmengen führte ein entsprechend konfigu-riertes Verkehrssimulationsprogramm während der Spitzenverkehrszeiten zu sporadische Überstau-ungen des Knotenpunktes Berliner Str. / Blessenstätte / Kirchstraße. Weiterhin kam es in der Simula-tion zu starken Blockierungen im Bereich der abknickenden Vorfahrt Unter den Ulmen / Blessenstätte. Seit Versuchsbeginn werden regelmäßige Beobachtungen von der Verwaltung und von der Polizei durchgeführt. Überraschend ist, das die ursprünglich befürchteten starken Stauungen bisher aus-blieben. Der Verkehr fließt nach den Beobachtungen bisher relativ komplikationsfrei. Rückstauungen während der Verkehrsspitzen werden vergleichsweise schnell abgebaut. Selbst die Spitzenverkehrsbe-lastungen kurz vor Weihnachten waren zwar visuell deutlich erkennbar, führten aber nicht zum Zusam-menbruch. |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||